Zu Beginn habe ich feste Seife hergestellt. Doch manchmal wollte ich das Gefühl von Schaumberge und Flüssigseife doch zuhause habe und so habe ich mich an die Herstellung der Flüssigseife gewagt. Ich liebe beide Formen und wechsle nach Lust und Laune. 

Die Basis meiner Seifen ist ganz bewusst gewählt. Ich habe die Eigenschaften verschiedenster Öle und Fette miteinander verglichen und habe mich für die folgenden vier Öle entschieden:  

Das Olivenöl macht die Haut angenehm weich und trägt zur Regeneration bei. Es hat eine positive Wirkung auf Hautunreinheiten und verfeinert das Hautbild. Das Kokosöl ist für den wunderbaren Schaum der Seife verantwortlich. Da ich natives Kokosöl verwende trägt es ebenfalls zur Pflege der Haut bei. Mandelöl versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Dieses Öl ist reich an ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamin E und B.  Es ist sehr mild und gut verträglich. Rizinusöl ist ein wahrer Schaumbooster, es unterstützt die Schaumbildung des Kokosöls. Auch Rizinusöl bringt Feuchtigkeit in die Haut. 

 

DIE FESTE NATURSEIFE IST EIN FREUND DER UMWELT UND DER HAUT. Die Inhaltsliste ist kurz und natürlichen Ursprungs, zudem gut biologisch abbaubar. Für die Haut ist das eine Wohltat. 

In herkömmlichen sind hormonell wirksame Schadstoffe enthalten. Diese Hormone haben Auswirkungen auf unsere Fruchtbarkeit und können hormonell bedingten Krebs begünstigen. Zwar sind pro Produkt die zulässigen Mengen begrenzt, allerdings verwenden wir meist nicht nur ein einzelnes Produkt am Tag. Duschgel, Shampoo, Tagescreme um nur wenige zu nennen. Dies führt zu einem regelrechten Cocktail aus schädlichen Substanzen, die in der individuellen Zusammensetzung des Hausgebrauches nicht ansatzweise erforscht werden. Andere Stoffe schädigen die Umwelt und dadurch auch uns. Sie können nur schlecht aus dem Abwasser geklärt werden und fließen so zurück in unseren Kreislauf. 

Feste Seife benötigt keine Konservierung, da ihr pH-Wert so hoch ist, dass Bakterien und Keime auf ihr nicht überleben können. Der pH-Wert misst den Säuregehalt, er hat eine Skala von 0-14. Ein niedriger pH-Wert hat einen hohen Säuregehalt. Wenn der pH-Wert über 7 liegt spricht man von Basen oder Laugen, die Flüssigkeit ist somit alkalisch. Je nach Körperregion liegt der pH-Wert der Haut bei 4,6 – 6,5. Fruchtwasser weist sogar einen Wert von 8,5 auf, Magensaft hingegen 2-3.

Der pH-Wert fester Seife liegt bei ca. 9-11, dadurch ist Seife alkalisch. Das Hinzufügen von Wasser beim Waschen, welches einen neutralen pH-Wert von ca. 7 aufweist, senkt den pH-Wert der Seife direkt bei der Anwendung. Der pH-Wert der Haut wird also beim Waschen nur leicht angehoben. Dies unterstützt den Ausscheidungsprozess der Haut und hilft ihr zu entsäuern. Zusätzlich wird die Haut durch die rückfettende Wirkung einer handgesiedeten Seife gepflegt. Eine Creme ersetzt sie allerdings nicht, denn in erster Linie ist sie zum Reinigen da. 

Wie wird natürliche Seife hergestellt?

Für die Seifenherstellung genügen bereits zwei Zutaten: Fette und Lauge. 

Die Fette sind pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Häufig wird eine Mischung aus Fetten und Ölen gewählt. Jedes Öl hat eine spezielle natürliche Zusammensetzung und die Rezeptur ist wie eine Symphonie, ein Zusammenspiel der gewünschten Eigenschaften, wie Pflege, Schaummenge, Haptik oder  Hauttyp.

Die Lauge ist eine Natronlauge oder Kalilauge. Natronlauge kennen viele vom Laugengebäck. Die Lauge muss genau für die verwendeten Fette berechnet werden. Jedes Fett hat eine eigene Verseifungszahl und wird in Gramm abgemessen. Damit die Seife nicht nur reinigt, sondern auch pflegt, wird immer eine Überfettung bzw. ein Laugenunterschuss eingerechnet. Dies bedeutet, dass die Lauge nicht ausreicht, um die Fette vollständig zu verseifen.

Durch das Vermischen von Ölen und Lauge entsteht der Seifenleim, eine zähflüssige Masse, die dann in Form gegossen wird und ca. einen Tag aushärtet. 

Im Anschluss muss die Seife reifen. Durch die Reife wird der Verseifungsprozess abgeschlossen, die Seife wird milder und angenehmer zur Haut.